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Arbeiten in Australien

Seit dem 26. April 2008 ist es allen Personen mit Studentenvisum gestattet in Australien 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Alle Arbeiten, egal ob Gelegenheitsjobs, freiwillige Arbeit oder unbezahlte Arbeit zählen dazu und dürfen das 20 Stunden Limit nicht überschreiten. Die Arbeitserlaubnis erhältst du von der Abteilung Immigration and Citizenship (DIAC). Mehr Informationen zu deinen Konditionen erfährst du auf deren Website www.immi.gov.au.

Deine Arbeitskonditionen im Rahmen des Studentenvisums
Nach deiner Immigration mit Studentenvisum in Australien hast du automatisch die Arbeitserlaubnis. Du musst dich jedoch an bestimmte Regeln halten, ansonsten läufst du Gefahr deine Erlaubnis zu verlieren: Du darfst deine Arbeit in Australien erst nach Beginn deines Kurses starten. Deine Jobs, egal ob unbezahlt oder freiwillig dürfen nie das 20 Stunden Limit überschreiten, Praktika, die du im Rahmen deines Studiums in Australien machen musst, zählen allerdings nicht dazu. In den Ferien zwischen deinen Semestern darfst du uneingeschränkt arbeiten und bist an keine Limits gebunden.

Internationale Studenten arbeiten oft in den Branchen Verkauf, Gastronomie und Administration. Der Lohn hängt immer von den Aufgaben des Studenten und vom Alter ab. Wenn du am Wochenende oder an Feiertagen arbeitest, verdienst du meistens mehr. Wenn du einen besonders attraktiven Teilzeitjob möchtest, schau dich nach einer Stelle als Nachhilfelehrer um. Du kannst Schülern bei ihren Hausaufgaben helfen oder deine eigene Muttersprache in Australien unterrichten. Nachhilfelehrer sind sehr gefragt und werden äußerst gut bezahlt.

Vergiss allerdings nie, dass deine Studienaktivitäten in Australien an erster Stelle stehen. Wenn du Teilzeit zu arbeiten beginnst, mute dir nur so viele Stunden zu, wie du auch mit deinen Studienaktivitäten vereinbaren kannst. Das Arbeiten sollte dir als Ausgleich zum Studieren dienen, jedoch nie deine Kräfte fürs Lernen rauben.

Steuerangelegenheiten
Wenn du als internationaler Student in Australien arbeitest, wirst du früher oder später mit dem australischen Steuersystem in Kontakt kommen. Du musst eine Steuernummer (Tax File Number) beim Australian Taxation Office beantragen, außerdem solltest du ein Konto bei einer australischen Bank eröffnen, da dein Arbeitgeber deinen Lohn höchstwahrscheinlich nicht an ein internationales Konto überweisen möchte. Um die Steuernummer zu beantragen, kannst du ein Formular auf der Internetseite der Steuerbehörde ausdrucken oder dir ein Formular bei einer australischen Poststelle besorgen. Am einfachsten funktioniert jedoch die Online Beantragung, wenn dein Visum eine Arbeitserlaubnis beinhaltet. Du musst nur deinen Namen, deine aktuelle Adresse und dein Geburtsdatum preisgeben und das Ankunftsdatum in Australien eintragen. Zur Beantragung benötigst du außerdem vielleicht deinen Reisepass und eine Bestätigung deiner Bildungseinrichtung, wo du künftig studieren wirst.

Wenn du in Australien nur geringfügig arbeitest, kannst du den Großteil deiner bezahlten Steuern zurückverlangen. Du kannst einen Steuerberater konsultieren oder die Steuererklärung selbst durchführen. Am schnellsten und einfachsten bekommst du deine Steuern über e-tax zurück. Auf der Website der Steuerbehörde ATO kannst du ein solches Formular ausfüllen. In den meisten Fällen bekommen die Betroffenen schon nach 14 Tagen ihr Geld zurück. Mehr Information zum Tax Return erhältst du im Internet und innerhalb Australiens unter der Servicenummer 13 2861.

Superannuation – deine australische Pensionsvorsorge
Personen, die in Australien mehr als 450 Dollar im Monat verdienen, sind berechtigt eine Pensionsvorsorge, auch genannt Superannuation zu erhalten. Das Gesetz schreibt es jedem Arbeitgeber vor, einen bestimmten Prozentsatz des Gehalts der Angestellten in einen Superannuation Fond oder eine andere Pensionsvorsorge einzuzahlen. Dein Arbeitgeber hat vielleicht schon einen Vertrag mit einem Anbieter, wohin deine Superannuation fließt, du kannst aber auch deinen Arbeitgeber bitten, das Geld an einen anderen Anbieter für dich zu überweisen. Mehr Informationen zur Superannuation befindest du ebenfalls beim Australian Taxation Office. Wenn du Australien langfristig verlassen solltest, bist du berechtigt die Rückgabe deiner Superannuation verlangen. Diese Zahlung heißt Departing Australia Superannuation Payment (DASP) und du kannst diesen Prozess ebenfalls online durchführen.

Jobsuche in Australien
Die Jobsuche in Australien gestaltet sich vielleicht anfangs etwas schwierig. Besorge dir lokale Zeitungen und studiere regelmäßig die Jobanzeigen. Außerdem kannst du auf Karrierewebsites wie www.seek.com.au oder www.careerone.com.au ein Profil erstellen und Jobsmails mit den neuesten Ausschreibungen empfangen. Die Bildungsinstitute in Australien verfügen oft über eigene Career Offices, wo Stellenausschreibungen ausgehängt werden. Wirf einen Blick auf die „schwarzen Bretter“ und Schaufenster. Dort wird oft für freie Stellen geworben.

Erzähle deinen Freunden, dass du auf der Suche nach einem Job bist und animiere sie, sich für dich umzuhören. Vielleicht kannst du durch Networking eine Position finden, indem dich ein Freund oder Bekannter über offene Stellen in seinem Unternehmen informiert. Wenn du ein Inserat gefunden hast, das dich interessiert, solltest du deinen Lebenslauf, der in Australien Curriculum vitae, CV oder Resume genannt wird, an die Firma schicken oder persönlich vorbeibringen. Mithilfe deines Lebenslaufs solltest du dich gut verkaufen. Dieser soll deine bisherigen Joberfahrungen, deine Fähigkeiten und Kenntnisse detailliert aufzeichnen. Du solltest einige Stunden für die Gestaltung deines Lebenslaufes opfern, damit du auf deine zukünftigen Arbeitgeber einen guten Eindruck machst. Diese lesen deinen Lebenslauf nur kurz durch und entscheiden relativ schnell, ob sie an dir interessiert sind oder einen anderen Kandidaten bevorzugen.

Dein Lebenslauf
Gestalte deinen Lebenslauf in chronologischer Reihenfolge. Beginne mit deinen persönlichen Daten und Kontaktinformationen und füge dann deine bisherigen Jobs und Praktika hinzu. Gib deine Positionen in früheren Firmen an und beginne mit dem Job, den du als letzteres ausgeführt hast. Danach schreibe etwas über deine Schulbildung und deine Qualifikationen. Wenn es angebracht ist und für den Job, für den du dich interessierst, relevant sein könnte, teile mithilfe des Lebenslaufs auch deine Hobbys und Interessen mit. Vergiss nicht deine Sprachkenntnisse anzuführen.
Verwende für jede Kategorie eine Überschrift, damit dem Leser die Orientierung leichter fällt.
Du sollest auf dem Lebenslauf genügend Informationen angeben, sodass sich der Arbeitgeber ein Bild von dir machen kann. Informationen, die für den Job unrelevant sind, sollest du aufsparen. Mehr Details zu deiner Person kannst du beim Vorstellungsgespräch preisgeben.
Wenn du den Lebenslauf an eine Firma schickst, vergiss nicht im Betreff die ausgeschriebene Position zu erwähnen. In der Firma gibt es vielleicht mehrere offene Stellen. Wenn dein Wunschunternehmen Interesse an einer ganz bestimmten Qualifikation hat, kannst du ein Zertifikat oder ein Empfehlungsschreiben eines früheren Arbeitgebers beifügen. In Australien wird sehr viel wert auf Empfehlungen gelegt. Falls du über keine Zeugnisse deiner früheren Arbeitgeber verfügst, stelle stattdessen deren Kontaktinformation zur Verfügung.

Wenn du deinen Lebenslauf in Papierform abgibst, versuche das Papier in einem ordentlichen Zustand beim Arbeitgeber zu hinterlassen. Verwende eine Klarsichtsfolie oder eine dünne Mappe. Bei der Gestaltung des Lebenslaufs sollest du auf leichtlesbare Schriftarten wie Arial oder Times zurückgreifen. Übertriebene, schwer lesbare Schriftarten stoßen nur auf Unverständnis beim Arbeitgeber und verschaffen dir keine Vorteile.

In Australien verzichten die Menschen auf private Angaben im Lebenslauf. Aus Diskriminierungsgründen solltest du niemals deine Größe, dein Gewicht, deinen Beziehungsstatus oder deine Religion im Lebenslauf angeben. Du musst nicht einmal dein Geburtsdatum verraten und Fotos sind ebenfalls weniger verbreitet als in Europa.
Wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, stelle keine Fragen zur Bezahlung oder anderen finanziellen Leistungen. Außerdem solltest du Falschaussagen, was deine bisherigen Arbeitgeber oder Fähigkeiten betrifft, vermeiden.

Deine erfolgreiches Bewerbungsgespräch
Wenn dich ein Arbeitgeber zu einem Vorstellungsgespräch einlädt, hast du bereits die Hälfte der Vorbereitung erfolgreich gemeistert. Deine nächste Herausforderung ist beim Interview zu überzeugen und die Stelle für dich zu gewinnen. Damit du Erfolg beim Bewerbungsgespräch hast, solltest du dich auf die Situation vorbereiten. Zuerst solltest du deine Bewerbung noch einmal durchlesen und dich an die Angaben erinnern, die du schriftlich erwähnt hast. Vor dem Interview solltest du nicht in Panik ausbrechen und deine Nerven unter Kontrolle halten. Wenn du zu nervös bist, bekommt der Interviewer einen falschen Eindruck von dir. Versuche die Fragen so exakt wie möglich zu beantworten und achte darauf, dass deine Antworten für deinen zukünftigen Job Relevanz haben. Wenn du eine Frage nicht verstehst, frage höflich nach, damit der Interviewer die Frage für dich wiederholt. Da Englisch deine Zweitsprache ist, hast du das Recht einmal, jedoch nicht öfter, höflich nachzufragen.

Beim Interview hast du die Möglichkeit dich dem Arbeitgeber gegenüber zu präsentieren und deine Qualifikationen im Detail zu besprechen. Du musst dem Interviewer klar machen, warum du der beste Kandidat für diesen Job bist und was für Vorteile du dem Unternehmen bringst. Du solltest dich gegenüber dem Interviewer stets freundlich und höflich verhalten, aber auch anderen Mitarbeitern, denen du unter Umständen begegnest, dieses Verhalten entgegenbringen. Ein gepflegtes Äußeres ist Grundvoraussetzung beim Bewerbungsgespräch. Du musst dir kein neues, teures Outfit zulegen, deine Kleidung sollte allerdings passend sein.

Wenn du den Job nicht bekommst, lass den Kopf nicht hängen. Jeder bekommt mal eine Abfuhr, doch mit zunehmender Bewerbungserfahrung erhöhen sich deine Chancen. Wenn du beim Gespräch versagst, mach dir keine Vorwürfe. Du darfst den Mut nicht verlieren, beim nächsten Mal wird es garantiert besser. Zeig deinem Gegenüber nicht, dass du enttäuscht bist. Damit du in Zukunft nicht die gleichen Fehler machst, bitte den Interviewer um Feedback nach dem Gespräch.

Rechte und Verantwortung am Arbeitsplatz
Wenn du Inhaber eines Studentenvisums bist, beachte stets, dass du nur 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst. Viele internationale Studenten genießen es in Australien Arbeitserfahrungen zu sammeln und gleichzeitig ihr Taschengeld aufzubessern. Mit dem Extrageld kannst du zum Beispiel Freizeitaktivitäten oder unerwartete Rechnungen decken. Doch das Einkommen aus den Gelegenheitsjobs reicht nicht aus, um dir ein Leben in Australien zu finanzieren.

Bevor du zu arbeiten beginnst, vergewissere dich, dass du über deine gesetzlichen Rechte als Arbeitnehmer und die Verantwortung gegenüber deinem Arbeitgeber informiert bist. Als Student hast du genauso Rechte wie andere Arbeitnehmer auch und du musst dir nicht alles gefallen lassen. Glaube nie einem Arbeitgeber, der sagt, die Arbeitsplatzrechte zählen nicht für dich. Wenn du dich ungerecht behandelt fühlst, suche einen Ombudsmann auf, der dir vielleicht weiterhelfen kann. Mehr Informationen dazu erhältst du bei www.workplace.com.au oder unter der Servicenummer 1300 363 264 innerhalb Australiens.

Deine Bezahlung
Du bist berechtigt zumindest die Basiszahlung zu empfangen, die für dein Alter und deine Tätigkeit entsprechend ist. Die meisten Arbeitgeber werden dich jedoch über der gesetzlichen Basis bezahlen. Beachte außerdem, dass dein Arbeitgeber dich zu jeder Zeit korrekt dem Gesetz entsprechend bezahlen muss. Wahrscheinlich bist du als ‚casual’ oder auf ‚part-time’ Basis angestellt. Du bekommst dein Geld jede oder jede zweite Woche überwiesen. Alle Arbeitgeber werden dich erst nach getaner Arbeit und nicht im Voraus bezahlen.

Dein Lohnzettel muss Informationen des Arbeitgebers wie dessen Australian Business Number, die Anzahl der Stunden, die du gearbeitet hast, und den Betrag deines Gehalts mit Steuer- und Superannuation-Angaben beinhalten. Wenn ein Kunde nicht bezahlt, ist dein Arbeitgeber nicht berechtigt, dir dein Gehalt zu kürzen. Wenn du an Feiertagen oder am Wochenende arbeitest, musst du mehr verdienen, als an einem Wochentag.

Arbeitsschichten
Deine Arbeitszeiten werden normalerweise als Schichten (shifts) bezeichnet. Sie laufen normalerweise immer gleich nach geregelten Zeiten ab. Nach fünf Arbeitsstunden muss dir dein Arbeitgeber eine (unbezahlte) Pause ermöglichen. Du solltest deine Schichten immer pünktlich beginnen und beenden. Wenn du aus verschiedenen Gründen länger arbeitest, musst du dies deinem Manager mitteilen, damit dein Arbeitgeber deinen Fleiß auch berücksichtigt und du deine Überstunden bezahlt bekommst.

Bevor zu mit einem neuen Job startest, sollest du dir über deine Aufgaben im Klaren sein. Du sollest wissen, was sich dein Arbeitgeber genau von dir erwartet und wofür er dich bezahlt. Im Vorfeld solltest du Informationen über Mittagspausenzeiten, die Aufzeichnung deiner Stunden, Krankheitsausfälle, Probetraining usw. erfragen. Wenn du etwas nicht verstehst, frag noch einmal bei deinem Arbeitgeber nach oder kontaktiere den Ombudsmann.

Kündigung
Wenn du vorhast deine Arbeit zu beenden, musst du deinen Arbeitgeber rechtzeitig über deine Absichten informieren. Dazu gehört eine außerdem eine schriftliche Kündigung, die du deinem Arbeitgeber vor deinem Abschied übergeben musst. Du musst etwaige vertragliche Vereinbarungen berücksichtigen und eine Kündigungsfrist wahrnehmen, falls diese besteht. Wenn dein Arbeitgeber die Zusammenarbeit beendet, muss er dafür einen triftigen Grund haben, den er auch gesetzlich vertreten kann. Er kann dich nicht wegen Krankheit oder Verletzung entlassen. Außerdem darf er dich nicht kündigen, nur weil du eine Beschwerde eingelegt hast. Geschlecht, Rasse, Herkunftsland, religiöser Glauben, politische Einstellung, Beziehungsstatus sowie körperliche oder geistige Behinderungen zählen ebenfalls zu den Diskriminierungen, die nicht als Kündigungsgrund gelten dürfen. Bevor du deine Arbeit verlässt, vergewissere dich, dass du fair bezahlt wurdest. Dabei kann dir ebenfalls der Workplace Ombudsmann weiterhelfen. Du kannst ihn via Internet (www.wo.gov.au) oder Telefon (1300 363 264) kontaktieren.